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![]() | Neurologie > Erkrankungen von ZNS/ Rückenmark > Immunologische Erkrankungen > Demyelinisierende Erkrankungen |
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Multiple Sklerose
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Einleitung | ||
Synonym |
MS |
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Enzephalomyelitis disseminata |
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Polysklerose |
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disseminierte Sklerose |
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Sclerosis multiplex |
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dissiminierte Hirnerweichung |
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Englisch |
multiple sclerosis |
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ICD10 |
G35 |
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Definition |
Entzündliche Erkrankung des ZNS mit herdförmiger Entmarkung. |
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Klassifikationen |
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Epidemiologie | ||
Inzidenz |
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Prävalenz |
In den Industrienationen > 30/ 100 000, Ausnahme Japan < 2/ 100 000; BRD ca. 100/ 100 000. |
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Alter |
selten nach dem 50. Lebensjahr |
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Häufigkeitsgipfel |
20. - 30. Lebensjahr, bei primär chronischen Verläufen (ca. 10%) 35. - 40. Lebensjahr. |
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Geschlecht |
F : M = 1.2 - 2:1, bei primär chronischen Verläufen keine geschlechtsspezifische Erkrankungshäufigkeit |
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Ethnologie |
Am häufigsten ist die MS in der kaukasischen, weissen Population. In Japan, bei gleichem Breitengrad, liegt die Prävalenz bei < 2/ 100 000, in entsprechenden Regionen Schottlands bei über 200/ 100 000. |
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Sonstiges |
Häufigste entzündliche Erkrankung des ZNS in den Industrienationen |
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Pathologie | ||
Ätiologie |
unbekannt, zahlreiche Hypothesen: |
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Erreger |
Es wird vermutet, dass die Infektion mit einem noch unbekannten, regional unterschiedlich häufigen Agens (Slow virus?) vor der Pubertät pathogentische Relevanz hat. |
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Risikofaktoren |
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Vererbung |
familäre Häufung (in ca. 15% der Fälle, sind mehrere Familienmitglieder betroffen): |
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Chromosom |
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Pathogenese |
Die Urs. der MS sind noch nicht gekleärt. Nach gängigen Konzepten handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der vererbte ebenso wie Umweltfaktoren eine Rolle spielen. Wahrscheinlich ist die Pathogenese der MS heterogen, so dass verschiedene Pathomechanismen zum Tragen kommen; diese Auffassung wird z. Zt. kontrovers diskutiert und stellt keine allgemeingültige Lehrmeinung dar. |
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Makroskopie |
Entmarkungsherde der weißen Hirnsubstanz sind im gesamten ZNS fleckförmig als rötlich-graugelbe Veränderungen sichtbar. Lokalisation v.a. periventrikulär (Seitenventrikel, Boden des IV. Ventrikel), Kleinhirn, Hirnstamm, N. opticus, Rückenmark (Pyramidenbahn, Hinterstränge). |
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Mikroskopie |
Multiple Entzündungsherde im ZNS, bevorzugt um Venolen, die die weisse Substanz versorgen; Entzündungsherde im Frühstadium zellreich und ödematös, später kommt es durch Proliferation von Astrozyten zu einer Gliose und Narbenbildung, die Entzündungsinfiltrate nehmen ab. |
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Pathologisches Modell |
Es existiert ein Tiermodell, die experimentelle Autoimmun-Enzephalomyelitis (EAE), die gewisse Gemeinsamkeiten mit der MS aufweist. Es handelt sich dabei um eine T-Zell-vermittelte, gegen Proteine des zentralnervösen Myelins gerichtete Autoimmunerkrankung, die durch aggressive Immunsierungsverfahren induziert wird. |
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Diagnostik und Workup | ||
Kriterien |
Die Diagnose der MS sollte in erster Linie klinisch erfolgen. Die Symptomatik muss für eine sichere klinische Diagnose räumlich und zeitlich disseminiert sein. Bei der Erstmanifestation, aber auch bei primär chronisch progredientem Verlauf kann eine gezielte Zusatzdiagnostik weiterhelfen (MRT, VEP, Lumbalpunktion). |
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Eindeutig:
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Wahrscheinlich, wenn 2 der 3 Kriterien zutreffen |
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Fraglich, wenn nur 1 Kriterium erfüllt ist |
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Diagnostik |
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Körperliche Untersuchung |
s. Symptome |
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Bildgebung |
im kraniellen und spinalen MRT disseminierte Entzündungsherde. Sensitivität > 90%, bei geringerer Spezifität, je nach diagnostischen Kriterien. Differenzierung von mikrovaskulären Läsionen nicht immer mit Sicherheit möglich, daher Diagnose nie allein anhand MRT. |
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Blut |
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Liquor |
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Weitere Diagnostik |
Elektrophysiologie: |
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Nachsorge |
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Meldepflicht |
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Pränataldiagnostik |
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Symptome und Befunde | ||
Die Entzündung beschränkt sich auf das ZNS, also Sehnerven, Zerebrum und Rückenmark, befällt jedoch i.d.R. und über die Zeit die meisten der genannten Strukturen. Häufige Symptome daher:
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Charcot-Trias: |
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Trias von Marburg: |
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Verlauf und Prognose | ||
Stadien |
Die klin. Symptome manifestieren sich bei der Mehrzahl der Patienten schubförmig, d.h., es kommt akut bis subakut (h - d) zu neurol. Beschwerden, die dann innerhalb von Tagen bis Wochen wieder mehr oder weniger komplett abklingen (schubförmig-remittierender Verlauf). Mit zunehmender Krankheitsdauer nimmt die Frequenz der Krankheitsschübe ab. Dafür lässt aber auch die Heilungstendenz nach, so dass neurol. Defizite akkumulieren. Eine in dieser späteren Krankheitsphase häufig manifeste Paraparese zeigt in bis zu 70% ein chronisch-progrediente Zunahme (sek. chronisch-progredienter Verlauf). Bei einem kleinen Teil der Patienten (ca. 10%) - i.d.R. erst jenseits des 40. Lebensjahres und bei Männern geanu so häufig wie bei Frauen - verläuft die Krankheit von Anfang an chronisch progredient (prim. chronisch-progredienter Verlauf). |
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Verlauf |
Es handelt sich prinzipiell um eine chronische Erkrankung, wobei der individuelle Verlauf variabel ist. Neben unterschiedlichen Verlaufstypen variiert die Symptomatik und der Grad der Behinderung nach einem definierten Zeitraum. Bei typischem Verlauf (schubförmig-remittierend mit Übergang in eine sek. chron. Progredienz) muss mit einer Rollstuhlpflichtigkeit nach ca. 10 Jahren gerechnet werden, wobei aber bei ca. 20% der Patienten ein gutartiger Verlauf mit erhaltener Gehfähigkeit vorliegt. |
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Komplikationen |
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Prognose |
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Prophylaxe |
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Differentialdiagnosen | ||
theoretisch gibt es eine lange Liste an DD, jedoch ist die Diagnose MS mit zusatzdiagnostischen Befunden i.d.R. sicher zu stellen. Im Rahmen der Erstdiagnose routinemässige Bestimmung von Borrelien-AK, zum Ausschluss einer Sarkoidose evtl. ACE; ANA, ENA zum Ausschluss von zentralem Lupus bzw. Sjögren-Syndrom. |
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Therapien | ||
medikamentös |
1. |
Schubbehandlung mit Glukokortikoiden, wobei die Wirkung v.a. in einer beschleunigten Rückbildung akut aufgetretener Beschwerden besteht, das Ausmass der Rückbildung wird kaum beeinflusst. Da der Gesamtverlauf wahrscheinlich nicht beeinflusst wird, wird von einer Langzeittherapie mit Kortison abgeraten. Zur Schubbehandlung werden hochdosiert v.a. Methylprednisolon oder Prednison parenteral appliziert (typische Dosis: 1000 mg an 3-5 aufeinander folgenden Tagen i.v., gefolgt von kurzer oraler Ausschleichphase). |
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2. |
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symptomatisch |
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Referenzen | ||
Lehrbuch |
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Reviews |
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Studien |
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Links |
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Adressen |
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Editorial | ||
Autor |
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Erstellt |
06.11.2002 |
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Reviewer |
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Linker |
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Status |
TRACK3 |
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Licence |
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Kommentare | ||
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