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Dyskeratosis congenita
 

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Einleitung
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Tobias Schäfer
 

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 Einleitung
 

Zinsser-Engman-Cole-Syndrom

DKC

 

seltene Genodermatose (Syndrom) mit Nageldystrophien, Poililodermie, Leukoplakien sowie progressiven Panzytopenien

 

 

 
 Epidemiologie
 

 

selten, ca. 180 Individuen weltweit

 

5 - 15 Jahre, Median für Panzytopenie 10 Jahre

nur M (10:1 nach anderen Quellen)

weltweit

 

 
 Pathologie
 

 

 

XR; Berichte über einzelne AD/AR-Verläufe mit betroffenen Frauen

Xq28

Mutationen im Gen DKC1, welches für ein 514 Aminosäuren großes Protein (Dyskerin), ein Homolog zum Hefeprotein Cbf5p, kodiert. Das Homolog soll in die Produktion von ribosomaler RNA involviert sein; auch Dyskerin interagiert mit den RNA-Anteilen der Telomerase (Kontrolle der proliferativen Kapazität von Zellen; bei DKC-Patienten findet man eine reduzierte Telomeraseaktivität. Mit zunehmendem Alter der Patienten nehmen chromosomale Rearrangement, durch Teleomerverkürzung bedingt, zu. Als chromosomales Instabilitätsyndrom (der XPC nicht unähnlich) betreffen diese Veränderungen primär schnell proliferierende Gewebe (Epidermis, Knochenmark, Mukosa).
Mutationen im DKC1-Gen wurden auch im Hoyeraal-Hreidarsson-Syndrom gefunden, welches durch intrauterine Wachstumsretardierung, Mikrozephalie mit mentaler Retardierung, Kleinhirnmalformationen und progressivem Knochenmarkversagen gekennzeichnet sind. (schwere Verlaufsform der Dystrophia congenita mit Tod vor Beginn der Hautmanifestationen?)

 

Hautbiopsie aus betroffenem Gebiet: leichte Hyperkeratose, epidermale Atrophie, Teleangiektasien der oberflächlichen Hautgefäße, Melanophagen in den Papillen; ev. Vakuolenbildung in der Basalmembran und lymphozytäres entzündliches Infiltrat der oberen Hautanteile

 

 
 Diagnostik und Workup
 

 

Klinik: Trias aus retikulären Hautveränderungen / Leukoplakien, Nageldystrophien und Knochenmarkversagen

 

Röntgen-Thorax (Lungenmanifestation); CT: Basalganglienverkalkung

Differentialblutbild; erhöhte Spiegel des von Willebrand-Faktors deuten auf schwerwiegende vaskuläre Probleme nach potentieller KMT hin

auf okkultes Blut

Knochenmarkspunktion und -histologie; Lungenfunktionstest; Augenuntersuchung

 

 

ist möglich, ebenso postnatale Frühdiagnose mit der Möglichkeit der Knochenmarkkonservierung vor dem Versagen

 

 
 Symptome und Befunde
 

progressive Nageldystrophie (mit longitudinalen Einrissen vor dem 5. Lebensjahr beginnend, totaler Nagelverlust bis zum 10. Lebensjahr); Fingernägel vor Fußnägeln betroffen

1.

auffällige Pigmentierung, gräuliche Hyper- oder Hypopigmentierungen als Makulae oder Flecken, oft retikulär angeordnet; in diesen Gebieten auch Poikilodermie mit Atrophie und Teleangiektasien möglich; histologisch und klinisch der GvH sehr ähnlich

2.

Prädilektion: Oberschenkel, Hals und Gesicht (sonnenexponierte Gebiete)

3.

Alopezie, manchmal ausgedehnt auf Augenbrauen und Wimpern; palmare und plantare Hyperhidrose, Adermatoglyphie (Verlust der Hand- und Fußlinien)

1.

Leukoplakie der Wangenschleimhaut, auch Zunge und Oropharynx; später verruköse Umwandlung mit Ulzerationen

2.

weitere Manifestationsstellen: Ösophagus, Urethra, Glans penis, Tränenwege(verlegt oder fehlend), Konjunktiven, Vagina, Angus; jeweils Konstriktionen und Stenosierungen möglich (=> Dysphagie, Dysurie, Phimosen, Epiphora)

3.

Manifestation selten vor der 2. oder 3. Dekade; manchmal auch nach Knochenmarkversagen

4.

erhöhte Infektionsgefahr und Entartungswahrscheinlichkeit für Plattenepithelkarzinome von Haut, Mund, Nasopharynx, Ösophagus, Rektum, Vagina, Zervix und anderen Leukoplakie-Stellen

5.

verstärkt Karies mit Zahnverlust

90% Versagen von mindestens einer Zellinie (Median: 10 Jahre), oft Panzytopenie; in 71% ist das Versagen des Knochenmarkes unmittelbare oder mittelbare Todesursache

in 19% Lungenmanifestationen: Fibrose, Gefäßveränderungen; daher lungentoxische Radio- und Chemotherapie (Busulfan) meiden

1.

21% Lernschwierigkeiten / milde geistige Retardierung

2.

16% Minderwuchs

3.

7% Hodenauffälligkeiten; Hypogonadismus

4.

4% Osteoporose; intrakranielle Verkalkungen

5.

abnorme Leberfunktion (Zirrhose), vergrößerte Milz

6.

Katarakt

einzelne dystrophische Nägel, singuläre Hypopigmentierungen, leichte Leukoplakien

 

 
 Verlauf und Prognose
 

 

progredient

11% Tod durch pulmonale Komplikationen (Fibrose), maligne Entartung (Hodgkin, Pankreaskarzinom), oft auch therapiebedingt

schlecht, Letalität oft durch Knochenmarkversagen (ca. 70%); mittleres Todesalter: 16 Jahre

 

 

 
 Differentialdiagnosen
 

1.

Andere Erkrankungen mit Poikilodermie, z.B. Graft versus Host-Erkrankung

2.

Rothmund-Thomson-Syndrom

3.

Fanconi-Anämie

 

 
 Therapien
 

1.

symptomatisch: Erythropoetingabe und GCSF bei Knochenmarkversagen

2.

allogene Knochenmarktransplantation; niedrigere Erfolgsaussichten als KMT bei Fanconi-Anämie aufgrund vorgeschädigter Lunge (daher keine pulmonotoxische Radio-/Chemotherapie)

3.

zukünftig: Gen- / Stammzelltherapie

4.

Frühe Diagnostik durch Genanalyse (auch pränatal) kann Knochenmarkkonservierung ermöglichen

 

 
 Referenzen
 

Sterry 2000, S. 367

Sitzmann 2002, S. 456-457

Witkowski 2003, S. 1320-21

Dokal 2000

Dokal 1999

Heiss 1998

Knight 1998

Knight 1999

Lafontaine 1998

McGrath JA

Mitchell 1999

Yaghmai 2000

e-Medicine

http://www.hgmp.mrc.ac.uk/dhmhd-bin/hum-look-up?497

 

 
 Editorial
 

Tobias Schäfer

14.02.2004

Tobias Schäfer (Editor)

Julia Zimmer, 15.02.2004

Julian Thaler, 22.02.2004

 

PRELIMINARY

Lizenz für freie Inhalte

 
 Kommentare
 
 
  Julian Thaler schrieb am 22.02.2004 um 10:51 Uhr:
 

Umfassender und ausführlicher Artikel.Sehr gut!

 
  Julian Thaler schrieb am 22.02.2004 um 10:52 Uhr:
 

Guter Artikel.Noch Fragen ? :)

 
 

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