Einleitung |
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Synonym |
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Febris
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Englisch |
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fever
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ICD10 |
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R50.9
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Definition |
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In Abgrenzung zur Hyperthermie (Temperaturerhöhung des Körpers durch übermäßige Wärmeproduktion bzw. unzureichende Wärmeabgabe) bezeichntet Fieber eine Erhöhung der Körperkerntemperatur aufgrund einer zentralen Sollwertverstellung im hypothalamischen Wärmeregulationszentrum.
Fieber ist somit eine physiologische Reaktion auf verschiedenartige Reize und steigt selten auf Werte über 41°C.
Gerade im Kindesalter ist Fieber ein häufiges und wichtiges, wenn leider auch unspezifisches Symptom, das weiterer Abklärung bedarf.
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Bis 38°C (rektal gemessen) spricht man von subfebriler Temperatur, bei Temperaturen bis 38.5°C von mäßigem Fieber, bei Werten über 39°C von hohem Fieber.
Nach einer anderen Definition wird von Fieber bei Kindern bis 3 Monate ab 38°C (rektal) gesprochen, bei älteren Kindern ab 39°C (rektal).
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Klassifikationen |
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Je nach Verlauf des Fiebers können unterschiedliche Fiebertypen unterschieden werden, die Hinweise uns mögliche Ursachen geben:
- kontinuierliches Fieber (gleichbleibend hoch, Schwankungen max. 1°C): z.B. bei Typhus, Scharlach, viraler Pneumonie
- remittierendes Fieber (Temperatur abends höher als morgens, aber Schwankungen max. 1.5°C): z.B. bei Harnwegsinfekten, Tuberkulose, akutes rhematisches Fieber
- intermittierendes Fieber (wechselnde Temperaturen im Tagesverlauf mit Schwankungen über 1.5°C): z.B. bei Pyelitis, Sepsis
- rekurrierendes Fieber (Fieberschübe über mehrere Tage mit mehrtägigen fieberfreien Intervallen): z.B. bei Malaria, Borreliose
- undulierendes Fieber (rezidivierend wellenförmiger Temperaturverlauf mit allmählichem Anstieg und Abfall und mehrtägigen fieberfreien Intervallen): z.B. Morbus Hodgkin
- biphasisches Fieber (zweigipfliger Temperaturverlauf): z.B. bei Masern u.a. viralen Erkrankungen, Meningokokkensepsis
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Fieber ist eines der häufigsten Krankheitssymptome im Kindesalter. |
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Epidemiologie |
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Inzidenz |
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Prävalenz |
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Alter |
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Häufigkeitsgipfel |
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Geschlecht |
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Ethnologie |
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Pathologie |
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Ätiologie |
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Selten gibt es nichtinfektiöse Ursachen für ein neu aufgetretenes Fieber im Kindesalter. Zügige Diagnostik insb. bei Vergiftung, Durstfieber, Stoffwechselentgleisung, akutem rheumat. Fieber, Purpura Schoenlein-Henoch.
Viele nichtinfektiöse Fieberursachen werden jedoch erst in Erwägung gezogen, wenn das Fieber bereits einige Tage besteht. Dabei kann es sich um Autoimmunerkrankungen, neoplastische Erkrankungen oder andere seltene Ursachen für Fieber im Kindesalter handeln.
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Besteht Fieber 7 Tage oder länger ohne ersichtliche Ursache, spricht man von FUO ("fever of unknown origin"), das eine umfangreiche weitere Abklärung erfordert. Meist handelt es sich dabei jedoch um eine relativ häufige Ursache, die sich nur atypisch manifestiert hat (Infektion, Autoimmunerkrankung, maligne Erkrankung).
Für nicht abfallendes Fieber unter Therapie kann es verschiedene Möglichkeiten geben:
- richtige Diagnose, falsche oder unzureichende Therapie (z.B. Resistenzen gegen das verordnete Antibiotikum)
- richtige Diagnose und Therapie bei langwieriger Erkrankung (z.B. Tonsillitis durch EBV)
- falsche Diagnose
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Risikofaktoren |
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!Besonders gefährdet sind Kinder mit angeborenen oder erworbenen Immundefekt, maliger Erkrankung, Chemotherapie oder Immunsuppression. Bei diesen Kindern kommt es häufig zu Bakteriämie und Sepsis.
Bei gefährdeten Kindern (Neutropenie unter 1.500/Mikroliter) bei V.a. bakteriellen Infekt sofortige antibiotische Behandlung nach Abnahme von Blutkulturen.
Eine sofortige Abklärung ist ebenfalls erforderlich bei Früh-/Neugeborenen, Kinder mit Herzfehler, hämolytischer Anämie, Hämosiderose, kurz nach OP, Shunt o.ä.
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Vererbung |
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Pathogenese |
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Die normale Körpertemperatur (37°C) resultiert aus einem Gleichgewicht von wärmeerzeugenden und wärmeabgebenden Mechanismen und wird über hypothalamische Kerngebiete der Formatio reticularis reguliert.
Im Tagesverlauf schwankt die physiologische Körpertemperatur um nicht mehr als 1-1,5°C mit einem Minimum am Morgen und einem Maximum am Nachmittag. Bei körperlicher Anstrengung, nach eiweißreicher Mahlzeit, sowie bei postpubertären Mädchen nach der Ovulation steigt die Körpertemperatur physiologischerweise an.
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Pathogenese:
Fieber ist das Symptom einer Akute-Phase-Reaktion und wird ausgelöst durch endogene (z.B. IL-1, IL-6 und TNF-alpha) oder exogene (z.B. bakterielle Endotoxine, Medikamente) Pyrogene, die über eine Prostaglandinproduktion im Gefäßendothel des Hypothalamus zu einer zentralen Sollwertverstellung führen (dies erklärt auch den fiebersenkenden Effekt von Zyklooxygenase-Hemmern wie ASS).
Fieber führt zu einer Beschleunigung biochemischer Stoffwechselvorgänge und kann somit die Abwehrmechanismen des Körpers unterstützen.
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Makroskopie |
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Mikroskopie |
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Diagnostik und Workup |
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Kriterien |
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Diagnostik |
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Fieber im Kindesalter ist zu ganz überwiegendem Teil infektiös bedingt.
Liegen keinerlei besondere anamnestische Hinweise auf eine andere Ursache (Vergiftung etc.) vor, wird daher bei neu aufgetretenem Fieber zunächst nach einer möglichen Infektion gefahndet.
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- !Besteht aktuell hohes Fieber, erleichtert eine medikamentöse Fiebersenkung (Paracetamol, Ibuprofen, Metamizol) die körperliche Untersuchung.
- Säuglinge können zusätzlich zunächst für etwa 15 min in lauwarmem Wasser gebadet werden (physikalische Fiebersenkung)
- !Bei Fieber besteht ein erhöhter Flüssigkeitsbedarf, ebenso kann ein erhöhter Flüssigkeitsverlust bei Säuglingen zu Durstfieber führen. Daher immer auf Zeichen einer Exsikkose achten (Hautturgor, Schleimhäute, weint das Kind mit Tränen,...).
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Körperliche Untersuchung |
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- Anamnese:
Es wird nach Beginn, Temperaturverlauf, Art der Temperaturmessung, Begleitsymptomen, Schmerzangaben und Infekten in der Umgebung des Kindes gefragt.
- körperliche Untersuchung:
Oft handelt es sich bei akutem Fieber im Kindesalter um einen viralen Infekt (oft Atemwegsinfekt).
Die gründliche Untersuchung aller Organsysteme hat primär das Ziel, eine fokale bakterielle Infektion auszuschließen:
- Inspektion (Petechien? Schonhaltung? Vigilanz?)
- Hinweis auf Pneumonie (Atemfrequenz, Einziehungen, Klopfschall, Auskultation...)?
- Hinweis auf gastrointestinalen Infekt (hochgestellte Peristaltik bereits vor Einsetzen einer Diarrhö)?
- Hinweis auf HWI (schmerzhaftes Nierenlager erst ab 3-4 Jahren)?
- Hinweise auf Infektion im HNO-Bereich (Tonsillitis? Otitis media? geschwollene Halslymphknoten...)?
- Hinweise auf Meningitis (!Meningitiszeichen im Säuglingsalter oft nicht nachweisbar)?
- Hinweis auf septische Osteomyelitis, Arthritis?
Wenn man unsicher ist, ob ein harmloser viraler Infekt Fieberursache ist (symptomatische Behandlung), kann man das Kind nach einiger Zeit erneut untersuchen.
Wird das Kind mit der Diagnose eines viralen Infektes nach Hause geschickt, so sollte vereinbart werden, dass das Kind bei Verschlechterung des Zustandes sofort wieder vorgestellt wird.
Vorsicht jedoch insbesondere bei jungen Säuglingen mit unklarem Fieber - immer weiter beobachten!
- apparative Diagnostik:
!findet sich kein Fokus, kann eine generalisierte bakterielle Infektion vorliegen, insbesondere bei schlechtem Allgemeinzustand des Kindes - eine Meningokokkensepsis verläuft mit einer rapiden Verschlechterung.
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Bildgebung |
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Blut |
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Weitere Diagnostik |
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Nachsorge |
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Meldepflicht |
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Pränataldiagnostik |
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Symptome und Befunde |
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Verlauf und Prognose |
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Stadien |
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Verlauf |
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Komplikationen |
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Prognose |
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Prophylaxe |
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Differentialdiagnosen |
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Therapien |
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Referenzen |
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Lehrbuch |
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Speer 2000
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Herold 2002
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Borrosch 2002
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Renz-Polster 2000
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Pschyrembel
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Reviews |
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Studien |
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Links |
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Adressen |
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|
Editorial |
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Autor |
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Wibke Janzarik
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Erstellt |
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02.04.2004
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Reviewer |
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Linker |
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Status |
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RUDIMENT
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Licence |
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Lizenz für freie Inhalte
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