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Basaliom
 

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Tobias Schäfer
 

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 Einleitung
 

Basalzellkarzinom

basal cell carcinoma

basalioma

 

häufigster maligner Hauttumor mit lokal infiltrierend-destruierendem Wachstum und sehr geringer Metastasierungspotenz

 

 

 
 Epidemiologie
 

50 - 100 / 100.000 und Jahr

 

ältere Erwachsene, ab 50. Lebensjahr

 

 

 

 

 
 Pathologie
 

lichtempfindliche Haut

 

Tumor ausgehend von unreifen Stammzellen (Stratum basale, Infundibulum), intradermales, primär invasives Wachstum in kontinuierlichen Zellverband (wurzelartig vom Entstehungspunkt ausgehend); statt Zelldifferenzierng Proliferation, keine präkanzeröse Phase, keine vollautonomen Tumorzellen, sondern stromaabhängig: kontinuierliches Wachstum im Zellverband, daher selten Metastasierung. Auch hier Mitproliferation von Melanozyten möglich (= pigmentiertes Basaliom). Immer subklinischen Randteil, meist asymmetrisch mit längeren Ausläufern.

3 Merkmale: Vertiefung mit Ulzerationen, perlschnurartiger Randwall, Teleangiektasien

Proliferation atypischer Basalzellen ohne (solide) oder mit Differenzierungsansätzen (Verhornung, follikel- bzw.drüsenähnliche Strukturen). Bei sklerodermiformen Basalzellkarzinomen stark ausgeprägtes Tumorstroma. Ausbreitungsrichtung meist horizontal, seltener bzw. später vertikal

WHO:

  1. multifokales superfizielles Basalzellkarzinom (superfiziell multizentrisch)
  2. solides noduläres Basalzellkarzinom
  3. adenoides noduläres Basalzellkarzinom
  4. zystisches noduläres Basalzellkarzinom
  5. infiltratives Basalzellkarzinom, nicht sklerosierend, sklerosierend (desmoplastisch, morpheaartig)
  6. fibroepitheliales Basalzellkarzinom
  7. Basalzellkarzinom mit adnexoider Differenzierung, follikulär, ekkrin
  8. Basosquamöses Karzinom
  9. Keratotisches Basalzellkarzinom
  10. Pigmentiertes Basalzellkarzinom
  11. Basalzellkarzinom beim Basalzellnävussyndrom
  12. Mikronoduläres Basalzellkarzinom

sehr selten (große, unbehandelte Basalzellkarzinome); lokale Destruktion kann jedoch zu erheblichen Gewebezerstörungen (Auge, Nase) oder zum Tode (Gefäßarrosion, ZNS-Invasion) führen

   Morphologie  Infiltrationen / Destruktion  Metastasierung  Vorläuferläsion
Carcinoma spinocellularis  +++  +++  +++  aktinische Keratose
Keratoakanthom  ++  --  --  --
Basaliom  ++  ++  --  --

 
 Diagnostik und Workup
 

 

  • Anamnese (Warnzeichen: langsam wachsender kleiner Hautknoten, persistierende kleine Wunden)
  • Klinisches Bild
  • Stanzbiopsie zur Diagnose- und Typsicherung

 

ggf. CT, Röntgenzielaufnahme, Knochenszintigraphie, MRT

 

 

1.-3. Jahr: alle 6 Monate (höchstes Rezidivrisiko), 4.-10. Jahr: alle 12 Monate; Risikopatienten engmaschiger

 

 

 

 
 Symptome und Befunde
 

1.

knotig-ulzerierender Typ (häufig)

Wachstumsform: meist kompaktes Konglomerat perl- bzw. knollenartiger Tumorzellkomplexe

  • knotiges Basalzellkarzinom:
    hautfarbene Knötchen - höckrige Papeln bzw. Knoten mit gespannt-glänzender Epidermis und Teleangiektasien (Epidermis liegt wie Tischtuch über den "Tumorperlen"); auch glasig-zystischer Aspekt (zystisches Basalzellkarzinom)
  • ulzerierendes Basalzellkarzinom:
    Überwiegen der Gewebedestruktion, am Ulkusrand meist "Basaliomperlen" erkennbar; teils flach (Ulcus rodens), teils tief ulzerierend (Ulcus terebrans)
  • knotig-ulzerierendes Basalzellkarzinom:
    Mischbild beider Formen

2.

planer Typ

Wachstumsform: zahlreiche dünne Tumorstränge mit reichlichem bindegewebigem Stroma (fibrosierend) oder flaches subepidermales Wachstum.

  • Sklerodermieformes Basalzellkarzinom:
    plattenartiger, weißlich-gelblich glänzender Herd (wie kleine Sklerodermieherde)
  • Oberflächliches Basalzellkarzinom:
    schuppend-ekzemartiger oder vernarbender, scharf begrenzter Herd, häufig am Rumpf (Rumpfhautbasaliom)

3.

pigmentierter Typ

Alle Typen von Basalzellkarzinomen außer dem sklerodermiformen Typ können in unterschiedlichem Maße pigmentieren (Mitproliferation der Melanozyten)!

4.

Lokalisation: überwiegend Gesicht (> 80%), Rumpf, seltener Kapillitium, Extremitäten

 

 
 Verlauf und Prognose
 

 

chronisch-progredient mit unterschiedlichen Wachstumsphasen

 

Rezidivrisiko bei mikrographisch-chirurgische Entfernung minimal, bei konventionellen Methoden 5-10%, erhöht bei Rezidivtumoren

 

 

 
 Differentialdiagnosen
 

1.

spinozelluläres Karzinom

2.

Nävuszellnävus, Melanom (pigmentierte Basalzellkarzinome)

3.

Ekzem oder Psoriasis (oberflächliche Basalzellkarzinome)

 

 
 Therapien
 

Totalexzision (= Heilung), 4-30% Rezidivrate

Problembasaliome (ausgedehnte Basaliome, sklerodermiforme Basaliome, Problemlokalisation wie Auge, Ohr, Nase, Kapillitium (Gefahr des Tiefenwachstum), Rezidivtumoren): histologisch kontrollierte Exzision ("mikrographische Chirurgie", Moh-Chirurgie)

Kryotherapie: kein Verfahren der 1. Wahl, da keine histologische Kontrolle auf Radikalität möglich; bei ausreichend großer lateraler und vertikaler Gefrierzone mit der Chirurgie vergleichbare Rezidivrate, daher bei KI gegen operatives Vorgehen akzeptable Alternative

Strahlentherapie: bei primärer Inoperabilität oder R1/R2-Resektion

 

 
 Referenzen
 

Rassner 2003, S. 200-204.

 

 

 

 

 
 Editorial
 

Tobias Schäfer

06.12.2002

 

 

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