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Medicle Datenbank: Hydrozele
 

 Therapien
 

Zeitpunkt im Kindesalter:

  1. schlaffe H.: spontane Rückbildung möglich bis ca. 2. Lebensjahr, dann operative Korrektur indiziert
  2. pralle H. (skrotale Fältelung verstrichen): innerhalb der nächsten Woche, da Gefahr einer Druckschädigung des Hodens besteht
  3. H. funiculi spermatici: innerhalb von 10-14 Tagen, da Druck auf die Gefäßversorgung

Prinzip: Resektion der Tunica vaginalis zur Verhinderung weiterer Sekretion einer serösen Flüssigkeit

Technik:

  • transskrotal bei nicht kommunizierender Hydrozele, z.B. nach Trauma, Infektion (Operation nach Lord, Operation nach Winkelmann)
    1. inguinoskrotaler oder skrotaler (in Raphe) Zugang
    2. Freilegen des gesamten Skotalinhalts
    3. Spaltung der äußeren Hodenhüllen (Tunica vaginalis)
    4. Absaugen der Hydrozelenflüssigkeit
    5. mit oder ohne Resektion des Hydrozelensackes (Tunica vaginalis), Versorgung des Resektionsrandes mit blutstillender, fortlaufender Naht
    6. bei Entzündlicher Veränderung ggf. Entfernung des Nebenhodens
    7. ggf. transskrotale oder inguinoskrotale Drainage (Entfernung 24-48h nach OP)
    8. schichtweiser Wundverschluss
  • Eröffnung des Leistenkanals wie bei der kindlichen Leistenhernie mit Ligation des Processus vaginalis bei kommunizierender H. (meist angeborene H.) oder bei der H. funiculi spermatici

Komplikationen:

  • selten Nachblutung / Hämatom
  • Verletzung des Nebenhodens oder Samenstranges

Alternative Techniken:

  • selten Fensterung der Hydrozele mit Schaffung einer Verbindung zum subkutanen Gewebe (Ziel: Lymphabfluss)
  • selten Sklerosierung