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Medicle Datenbank: Fieberkrampf (Rudiment)
 

 Einleitung
 

Ein Fieberkrampf ist ein Gelegenheitskrampf bei Kleinkindern, der durch einen raschen Fieberanstieg ausgelöst wird.

  • einfacher Fieberkrampf:
    • generalisierter tonisch-klonischer oder tonisch-atonischer Krampfanfall bei Fieber
    • Dauer <15 min
    • Alter zw. 6 Monaten und 6 Jahren
  • komplexer Fieberkrampf:
    • fokaler Anfall oder fokaler Beginn
    • zerebrale Vorschädigung
    • Dauer >15 min
    • postiktale Paresen
    • >1 Anfall innerhalb 24h
    • >4 Rezidivanfälle
    • Alter <6 Monate oder >6 Jahre

 

 
 Epidemiologie
 

ca. 3% aller Kinder

Kindesalter

6 Monate bis 5 Jahre

 

 
 Pathologie
 

  • endogen: erhöhte Krampbereitschaft
  • exogen: rascher Temperaturanstieg, meist auf >39C

oft i.R. von viralen Erkrankungen, insb. bei Exanthema subitum

  • Alter (s.o.)
  • vorbestehende Hirnläsionen
  • familiäre Disposition

in 30% familiäre Disposition

 

 
 Diagnostik und Workup
 

nach Fieberursache suchen, insb. Meningismus

  • einfacher F.: EEG erst im Intervall (7-10 Tage postiktal) zum Ausschluss einer zugrundeliegenden Epilepsie
  • komplizierter F.: EEG sofort zum Ausschluss eines Herdbefundes

Entzündungsparameter, BB, BZ, Elyte, BGA, Blutkultur

bei Säuglingen, kompliziertem Fieberkrampf, Meningismus: Ausschluss einer entzündlichen Ursache, insb. Meningitis

Urinstatus zum Ausschluss eines HWI

 

 
 Symptome und Befunde
 

 

 
 Verlauf und Prognose
 

hohe Rezidivrate (ca. 30%)

Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie bei einfachem Fieberkrampf minimal; bei EEG-Veränderungen im Intervall Entwicklung einer Epilepsie in 10%

sehr gut: im Allgemeinen keine bleibenden Schäden

Rezidivprophylaxe: Antipyrese bei Temperaturanstieg >38C

 

 
 Differentialdiagnosen
 

wichtig: Ausschluss einer Meningitis

Ursache für den Fieberanstieg mit begleitendem Fieberkrampf können verschiedene entzündliche Erkrankungen sein

 

 
 Therapien
 

stationäre Aufnahme und Beobachtung über 48h

v.a. nach 1. einfachen Fieberkrampf: bei Fieber nicht zu warm zudecken, viel Flüssigkeit; bei Temperaturanstieg über 38.5C Antipyrese (Paracetamol Saft oder Rektiole)

 

 
 Referenzen
 

Sitzmann 2002

Kreckmann 2004

 
 Editorial
 

Wibke Janzarik

16.04.2005

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